1. Familie Herlin / Heerlien / Herlijn / Herlyn

Einzug der Spanier in Antwerpen 1585

Claude HerlinAlter: 56 Jahre15451601

Name
Claude Herlin
Vornamen
Claude
Nachname
Herlin
Geburt 1545 65 34
Notiz:
Arras lag zu dieser Zeit in den damaligen Spanischen Niederlanden
Notiz:
Claude wird mit seinem Bruder Charles 1557 in den Akten von Arras als Sohn von Jehan Herlin und Anthoinette de Croix erwähnt. BN Ms Fr 8537 – folio 48 - 1557 - Charles et Claude HERLIN enfants de Jehan et d'Antoinette DE CROIX dit Drumez (St Nicolas)
Tod einer HalbschwesterMarie Herlin
nach 1550 (Alter 5 Jahre)

Veröffentlichung: unveröffentlichte Manuskripte: Manuscrit francais 8357
Tod eines HalbbrudersGuerard Herlin
nach 1553 (Alter 8 Jahre)

Tod eines VatersJean (Jehan) „der Älteste“ Herlin
31. Dezember 1559 (Alter 14 Jahre)
Veröffentlichung: Brüssel 2007 (Eigendruck)
Text:
S. 81
Veröffentlichung: Fontenay-le-Comte, 1925
Text:
S. 145 (s. Bild)
Notiz: Arras = Atrecht (fläm.)
Notiz: Jehan Herlin legte in seinem Testament vom 27. Juni 1537 fest, dass "mein Körper im Herzen der Kirche von Saint Gery in dieser genannten Stadt Arras inhumiert werde, und zwar in der Kapelle Monsieur Saint Martin, und ich bestelle ein Epitaph aus Kupfer, der auf der Ummauerung meines Grabes angebracht werden soll"
Tod einer HalbschwesterJehenne Herlin
um 1560 (Alter 15 Jahre)
Tod einer MutterAnthoinette „de Drumez“ de Croix
1564 (Alter 19 Jahre)
Veröffentlichung: Fontenay-le-Comte, 1925
Text:
S. 146 (s. Bild)
Notiz: Arras = Atrecht (fläm.)
Kirchliche TrauungAgnes de FinesDiese Familie ansehen
4. Juni 1565 (Alter 20 Jahre)
Veröffentlichung: Ypres, Band VIII (1878); Imprimerie de SIMON LAFONTEYNE,
Text:
Bd. VIII, S. 168 : "Mémoire que le ij e de May 1565, que fut le traictié de mariaige de nostre fille Agnies, passet par devant Pierre du Forest, notaire de Lille, contre Claude Herlin; à laquelle j'ay donné 6000 florins, asscavoir en argent 4500 fl. et en terres, je dis 2 parties, 1500 florins. Et a espouset le 4e de Juing 1565 aiant faict les neupees au logis de Robert du Bosquiel, à Lille; à cause qu'estions à Anvers lon ne a point rewidet aux neupces de ladte. Ledit traictié de mariage, je dis la copie et le double du bien que avoit ledt Claude de port de mariaige sont mis avecq mes lettres en parchemin."
Notiz:
Die Heirat wird in den 'Memorial' ihres Vaters Jehan de Fynnes beschrieben. Am 11. Mai 1565 wurde zunächst ein Heiratsvertrag geschlossen, in der eine hohe Mitgift vereinbart wurde. Da die Heirat in Lille stattgefunden hat, ist davon auszugehen, dass sich Claude ab ca. 1564 bereits in Lille aufgehalten hat, denn sonst hätte er sein Frau kaum kennnenlernen können. Wahrscheinlich ist er zunächst in Lille geblieben und um 1568 (nach dem Fall von Valenciennes) nach Antwerpen gezogen; denn um diese Zeit ist auch sein Schwiegervater Jean de Fynnes aus Lille weggezogen. In dem Dokument wird auch ein Robert de Bosquiel als Neffe erwähnt, bei dem sie logiert haben. Dessen Tochter Marie hat 1572 in zweiter Ehe Charles Herlin geheiratet, einen Sohn von Jean Herlin aus Arras, der Rechtsanwalt in Lille war.
Tod eines HalbbrudersMichel „der Ältere“ Herlin
31. Mai 1567 (Alter 22 Jahre)
Notiz: Valenciennes lag damals in den seinerzeitigen den Spanischen Niederlanden
Notiz: Auf dem Marktplatz von Valenciennes (ndld./fläm.: Valencijn) enthauptet. Zum Zeitpunkt der Hinrichtung von Michel war Margarete von Parma, die illegitime Tochter von Karl I von Spanien (Karl V des HRR), Statthalterin in den Spanischen Niederlanden. König von Spanien war zu dieser Zeit Philipp II von Spanien aus dem Hause Habsburg (Sohn von Karl I/Karl V des HRR).
Geburt eines Sohns
#1
Jean (Jan od. Johan) „der Ältere“ Herlin
5. Dezember 1573 (Alter 28 Jahre)
Notiz:
In der anno 1643 von ihm selbst verfassten Kurz-Genealogie der Familie Herlin gibt Jean (Jan od. Johan) "der Ältere" Herlin sein Geburtsdatum im unteren Teil des Textes mit 5 Xbris 1573 (05. Dezember 1573) an. In anderen Genealogien wird sein Geburtsdatum mit 10. Dezember 1573 angegeben. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem 10. Dezember 1573 um das Taufdatum.
Notiz: Die Stadt Arras lag seinerzeit in den Spanischen Niederlanden
Geburt eines Sohns
#2
Philipp „der Erste“ Herlin
um 1575 (Alter 30 Jahre)
Notiz: Arras lag seinerzeit in den Spanischen Niederlanden
Notiz: Der Geburtsort von Philipp ist nicht eindeutig nachgewiesen. Er könnte auch in Antwerpen geboren worden sein, wenn seine Eltern bereits vor seiner Geburt nach Antwerpen geflüchtet sind (der Fluchtzeitpunktidt nicht exakt bekannt, sh. auch ZUR VITA).
Geburt einer Tochter
#3
Agnes Herlin
um 1580 (Alter 35 Jahre)
Tod einer HalbschwesterMarie „Mariette“ Herlin
1581 (Alter 36 Jahre)

Geburt eines Sohns
#4
Jacques (Jacob) Herlin
um 1582 (Alter 37 Jahre)
Tod eines BrudersCharles Herlin Dr. juris
14. Februar 1582 (Alter 37 Jahre)
Veröffentlichung: Lille 1906-1909 Memoires de la Societe d'Etudes de la Province de Cambrai
Text:
S. 1752
Notiz: Lille = Rijssel (fläm.)
Tod einer HalbschwesterFrancoise Rose Herlin Dame de Vaulx-Corbie
zwischen 1574 und 1596 (Alter 29 Jahre)

Veröffentlichung: A COMPIEGNE CHEZ ISIDORE TOUBON - 1912
Text:
S. 32 ff. Wann Francoise Herlin genau gestorben ist wissen wir nicht. Im Okt. 1574 wird sie in einem Dokument über eine Vormundschaft (tutelle) erwähnt. Da ihr zweiter Ehemann 1596 erneut geheiratet hat, muss sie zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben sein.
Beruf
Hauptmann der Bürgerwehr in Antwerpen
zwischen 1578 und 1585 (Alter 33 Jahre)
Arbeitgeber: Stadt Antwerpen
Veröffentlichung: 1978
Text:
S. 25
Notiz: Claude wurde 1578, als die Gegner und Bekämpfer der spanischen Oberhoheit - nach der vorhergegangenen Plünderung Antwerpens durch spanische Söldner ('Spanische Furie' anno 1576) - in der Stadt wieder die Oberhand bewonnen hatten, von diesen zum Hauptmann der Bürgerwehr ernannt. Anno 1584 begannen spanische (katholische) Truppen erneut mit der Belagerung Antwerpens, um die Stadt wieder unter spanische Kontrolle zu bringen. Claude war in seiner Funktion als Bürgerwehrhauptmann an der Verteidigung Antwerpens beteiligt. Im Jahre 1585 musste die Stadt vor den Spaniern kapitulieren. Die Bewohner reformierten Glaubens wurden gezwungen, entweder zum katholischen Glauben zurückzukehren oder die Stadt innerhalb von vier Jahren zu verlassen. Da Claude am reformierten Glauben festhielt, zog er mit seiner Familie zunächst nach Cruiningen (Kruiningen) auf Zeeland, wo er ein Landgut besaß, um von dort um 1586/87 nach Bremen umzusiedeln.
Geburt einer Tochter
#5
Jeanne (Johanna) Herlin
um 1587 (Alter 42 Jahre)
Notiz: Da sowohl der Fluchtzeitpunkt der Familie des Vater Claude (aus Antwerpen) als auch das Geburtsjahr von Jeanne nicht exakt bekannt sind, könnte Jeanne evtl. noch in Antwerpen geboren worden sein.
Wohnort 1592 (Alter 47 Jahre)
Veröffentlichung: 's-Gravenhage - Verkrijgbaar bij MARTINUS NIJHOFF - 1986
Text:
S. XLIX "aldus Claude Herlin vanuit Bremen d.d. 28.Juni 1592"
Besitz
Land
1601 (Alter 56 Jahre)
Adresse: Salomé bei Bassée in der Nähe von Lille
Veröffentlichung: Geneve M.DC.VIII
Text:
S. 175 "situez en la Parochie de Salomé, pres de la Bassée" Das Landgut hat er von seinem Neffen Charles Herlin geerbt, der in Lille gewohnt hat.
Besitz
Land

Adresse: Salome, unweit von La Bassee
Veröffentlichung: Brüssel 2007 (Eigendruck)
Text:
S. 89 Dieses Land hat Claude von seinem Neffen Charles (de) Herlin geerbt, der Rechtsanwalt in Lille war
Besitz
fief

Adresse: Ajette (?), zwischen Arras und Baupame
Veröffentlichung: Brüssel 2007 (Eigendruck)
Text:
S. 90 Die Länderei und Herrschaftsgebiet um Ajette wurden an den ältesten Sohn Jehan Herlin vererbt. Sie wurden um 1600 von einem Bastien Desroguiere bewirtschaft und standen unter der Verwaltung von den Herren von Berlettes.
Besitz
Landgut Terlinck

Adresse: Morselle
Veröffentlichung: Brüssel 2007 (Eigendruck)
Text:
S. 90 "Lehnsgut und Herrschaftgebiet. das man Ternich nennt...liegt im Ort Morselle, anderhalb Meilen von Courtrai entfernt". Claude nannte sich Seigneur de Terlinck; Das Landgut Terlinck lag vermutlich in der Nähe von Poperinge (heute: Belgien) etwas nördwestlich von Lille. Begründung: Der Name der Familie Terlinck, die das Landgut wahrscheinlich an Claude Herlin veräußerte, taucht in dieser Zeitspanne, gehäuft im Ort Roesbrugge bei Poperinge auf.
Veröffentlichung: Leyden, 1669
Text:
S. 175 "Or pour especial Jehan Herlin, notre Filz aisne ... Plus aura-il Fief et Seigneurie nomme le Terninch avecq touts bastiments environnes d'eau avecq seize bonnieres de terre tant jardinage qu'a labeur avecq dixhuict rasieres d'avoisne de rente seigneuriale, situe le dit Fief au Vilage de Morselle,lieu & demye de Courtray & tenu du Chateau du dit Courtray..."
Besitz
Landgut "Blauwhoeve" in Kruiningen (früher: Cruningen) auf Zeeland

Veröffentlichung: Leyden, 1669
Text:
S. 176 Das Gut 'Le Blauhoeve' erbte sein Sohn Jacques "A nostre Filz Jacques donnons nostre grand Cense a Cruningen avecq touts bastimens, maisonnage, granges & estables, le tout environné d'un fossé La Cense se nomme Le Blauhoeve"
Notiz: Ort: Cruiningen (Kruiningen bzw. Gröningen) auf Zeeland.
Besitz
Fief

Veröffentlichung: Brüssel 2007 (Eigendruck)
Text:
S. 90 Lehensgut 'het Schalyhuis' im Ort Cruningen auf Zeeland
Veröffentlichung: Leyden, 1669
Text:
S. 176 Das landstück "het Schalyhuis" erbte sein Sohn Philipp 'une petite Cense situee au Vilage de Cruningen, nomme het Schalyhuis, avecq deux bonnieres de terre & les bastimens quy y fort"
Besitz
Landgut "La Vacquerie" in Verlinghem (Verlingham ist heute ein Stadtteil von Lille)

Veröffentlichung: Brüssel 2007 (Eigendruck)
Text:
S. 90 Das Pachtgut la Vacquerie, das sich im Dorf Frelinghem befindet, erbte die Tochter Jeanne Herlin. Auf diesem Landgut lebte die Großmutter von Jeanne, Agnes de Fourmestraux, nach dem Tod ihres Mannes Jean de Fines.
Veröffentlichung: Leyden, 1669
Text:
S. 176 "Au regard de nostre Fille Jehanne Herlin, luy donnons nostre Cense nommée La Vacquerie, située au Vilage de Ferlinghem, avecq touts bastiments des maisons, granges & estables, le tout environné d'un fossé d'eau, contenant avecq deux bonniers de Jardinage, huict bonniers de terre a labeur, ensemble dix bonniers, la Veuve du feu Jean de Fines, nostre belle Mere, y aayant sont douaire sa vie durant, éavult pres de deux cents florins par an."
Besitz
Landgut 'Givenchy'

Adresse: Es könnte/müsste sich um den heutigen Ort 'Givenchy' handeln, der nördlich von Arras und südlich von Lens liegt.
Veröffentlichung: Leyden, 1669
Text:
S. 175 "Or pour especial Jehan Herlin, notre Filz aisne ... item aura aultres trois fiefs bonnets, situez au Vilage de Givency, deux lieues d'Arras, avec trente deux patar de rent seigneurial, a nous succedez par le deces de nostre Nepveu Charles d'Herlin sus-dit"
Notiz: Claude nannte sich Seigneur de Givenchy. Das Landgut 'Givency' hat Claude von seinem Neffen Charles Herlin geerbt.
Besitz
Land

Adresse: Tune bei Comines
Veröffentlichung: Brüssel 2007 (Eigendruck)
Text:
S. 90 "Gebiet der Tune, bei der Kapelle von Brille gelegen, eine halbe Meile von Comines entfernt"
Veröffentlichung: Leyden, 1669
Text:
S. 176
Besitz
fief

Adresse: Mayerlandt liegt an dem Fluss Lyz zwischen den Orten Houplines und Comines in der Seigneurie Wervy, nordwestlich von Lille
Veröffentlichung: Leyden, 1669
Text:
S. 176 Claude Herlin legte in seinem Testament fest, dass sein zweiter Sohn Philippe "neben dem Lehnsgut 'de la Thune' auch die beiden Lehnsgüter 'Mayerlandt' erben sollte. "Si aura les deux fiefs nommez Mayerlandt, qui ont Justice hault & basse, l'ung contenant cincq bonniers en La Parochie de Houplines & l'autre en la Paroiche de Comines vingt&demy bonier, ainsy comme sont les succedez par le trespas de feu Jean de Fines, nostre Pere, rend environ quarante deux florins: d'avantage aura le Fief de deux bonniers de prez situez sur la Riviere de Lyz entre Houlpines & Frelingem, separé en deux, ont Justice, haulte moyenne & basse rend par an dixhuict livre de gros"
Testament nach 1600 (Alter 55 Jahre)
Notiz:
Testament Claude de Herlin (ausgestellt nach anno 1600) Übersetzung nach der Genalogie von Carpentier 1669, Seite 195 - 198 "Unser CLAUDE DE HERLIN, der alle Wirrungen erlebt und erkannt hatte, die sich unaufhörlich zwischen den Staaten der siebzehn Provinzen abspielten, hielt es für richtig, schließlich das Militär zu verlassen und begab sich im Jahre 1582 von Antwerpen nach Grueninge (vermutlich heute Kruiningen) Zeeland, wo er aber auch noch nicht die ersehnte Ruhe fand und sich daher mit mehreren seiner Freunde in die Stadt Bremen zurückzog. Dort legte er auch im Jahre 1600 sein Testament nieder, wie Sie in der folgenden Charta feststellen können. Im Namen des Herrn. Mit dem Inhalt des folgenden möchten wir allen bekannt geben, dass wir, CLAUDE DE HERLIN (Sohn von JEHAN & AGNES DE FINES, seiner Frau) angesichts der Unsicherheit der menschlichen Natur und da es nichts gibt, das so sicher ist wie der Tod, dessen Stunde wir nicht kennen, im vollen Besitz unserer geistigen Kräfte, des Gedächtnisses und des Ausdrucks, diese Welt nicht verlassen möchten, ohne über die irdischen Güter zu verfügen, die Gott uns in seiner Güte zugestanden hat, damit es nach unserem Tode zu keinerlei Streitigkeiten, Zweifeln oder Uneinigkeiten zwischen unseren Kindern und Nachfolgern kommen möge, und so haben wir nach reiflicher Überlegung unser Testament und letzten Willen auf folgende Art und Weise aufgesetzt und bestimmt. Es ist unser Wunsch und Wille, dass dieses gültig sei und wirksam werden möge, sei es nun in Form eines Testamentes, als Schenkung nach dem Tode oder in jeder anderen Form des Letzten Willens; auf die beste und geeignetste Art und Weise, um seine Gültigkeit zu behalten und befolgt zu werden. Allerdings sollen die weltlichen und erklärten Rechte der Kirche respektiert werden; sollte dies nicht der Fall sein, annullieren wir ausdrücklich dieses Testament sowie auch alle anderen Schenkungen, Verfügungen und Verträge, die möglicherweise die Rechte der Kirche nicht berücksichtigen. In einem solchen Fall erklären wir sogar unseren Heiratsvertrag für null und nichtig. Zuerst einmal, was unsere Seelen betrifft, wenn sie unseren Körper verlassen, so empfehlen wir sie der Barmherzigkeit Gottes, des Vaters alles Guten, und bitten ihn demütig, um der Liebe und Erlösung unseres Herrn und Retters Jesus Christus willen, uns barmherzig im ewigen Leben zu empfangen, und wir wünschen, dass unsere Körper nach den Geboten der Christlichen Kirche bestattet werden mögen. Was nun unsere weltlichen Güter anbelangt, so wünschen und befehlen wir, dass der Überlebende von uns beiden, der im Witwenstand lebt, sein ganzes Leben lang den vollen Besitz über alle Güter behält, unter der Bedingung, unsere Kinder, bis sie erwachsen sind, standesgemäß zu ernähren, zu kleiden und all ihre anderen Bedürfnisse ehrlich zu erfüllen, solange, bis sie sich verheiraten, sich einem Beruf oder einer anderen Aufgabe zuwenden. Der Überlebende wird jedem vierhundert Pfund des flandrischen Geldes oder nach Belieben auch mehr geben, dieses Geld wird aus dem Verkauf verfügbar werden, den wir angeordnet haben, nämlich dem Verkauf der vierzehn Bonniers (bonnier etwas mehr als ein Hektar) Land, das uns von unserem verstorbenen Neffen Charles de Herlin, dem Rechtsgelehrten, vermacht wurde, und das sich in der Gemeinde Salomé befindet, unweit von Bassée, und diese besagten vierhundert Pfund sind abzüglich der Erbabgaben zu zahlen und müssen in gemeinsamer Absprache mit den anderen Erben nach dem Tode des Überlebenden) aufgeteilt werden. Sollte dieser Überlebende sich wiederverheiraten, so ist er gehalten, in diesem Falle unseren Kindern alle Güter abzutreten und zu überlassen, die aus dem Teil des Erstverstorbenen hervorgegangen sind, und auch die Hälfte all unserer Habe, der beweglichen und der unbeweglichen, mit Ausnahme der Nutznießung der unbeweglichen Habe, die sie erst später erwerben werden. Im ersteren Falle, also im Witwenstand, haben wir unsere Habe und unser Erbe beschrieben und unseren wahren und legitimen Erben und Nachfolgern, unseren vier Kindern Jean, Philippes, Jacques & Jeanne Herlin, vermacht, und zwar sind die einzelnen Erbteile, wie im folgenden erklärt wird, aufgeteilt. Diese Erbteile können sie oder ihr jeweiliger Nachfolger, nachdem wir beide gestorben sind, mit vollem Recht beanspruchen, erhalten und als ihr Eigentum und Erbe verwenden, und wenn eines von ihnen sterben sollte, ohne Kinder oder rechtmäßige Erben zu hinterlassen, so wird ihr Erbteil an die verbleibenden Brüder und Schwestern übergehen, mit Ausnahme der Lehngüter, die nacheinander an Jean und dann an Philippes gehen, die wiederum bei Erhalt ihrer Anteile Jacques und Jeanne durch Geld oder Leibrente entschädigen werden. Wir bestimmen insbesondere, dass unser ältester Sohn Jehan Herlin nach unser beider Tod die Ländereien und das Herrschaftsgebiet mit allem, was dazu gehört und mit allen Dependancen erhalten soll. Diese befinden sich im Orte Ajette, zwischen Arras und Bapaulme, und haben eine Fläche von schätzungsweise achtzehn Bonniers und enthalten achtundvierzig Mencauldés (mencauldés ca. 25 Ar) fruchtbaren Bodens, der achtundvierzig Rasiers Weizen hervorbringt, acht Florin Lehnsrente, ein Schwein im Werte von zehn Florin; dieser Boden wird derzeit von Bastian Desroguiere genutzt; das besagte Herrschaftsgebiet wird von Herrn von Berlettes verwaltet; des weiteren erhält er drei gute Lehngüter, die sich im Orte Givency befinden, zwei Meilen von Arras entfernt, mit zweiunddreißig Patars Lehnsrente, diese Lehngüter wurden uns von unserem Neffen Charles d'Herlin vermacht, sie umfassen mehr oder weniger fünfzehn bis sechzehn Mencauldés. Außerdem wird er das Lehnsgut und Herrschaftsgebiet erhalten, das man das Ternich nennt, mit allen dazugehörigen Gebäuden, umgeben von Wasser und mit sechzehn Bonnier Land, teils Garten , teils Ackerland, mit achtzehn Rasieres Hafer als Lehnsrente; dieses Gebiet liegt im Ort Morselle, anderthalb Meilen von Courtrai entfernt, und wurde uns vom Schloss dieses besagten Courtrai als Pachtgut abgetreten, im Pachtverzeichnis steht vermerkt, dass hierfür jährlich zweihundert Florin zu zahlen sind. Mit all diesen Teilen wird sich der genannte Jean zufrieden geben; er erklärt sich jetzt und in Zukunft und namens seiner Nachkommen damit einverstanden, dass die anderen Domänen seinem Bruder Philippe bestimmt und zugeteilt werden. So geben wir diesem genannten Philippe, unserem zweiten Sohn, das Gebiet der Tune, bei der Kapelle von Brille gelegen, eine halbe Meile von Comines entfernt, mit Pacht und Landsitz; das ganze ist von doppelten Wassergräben umschlossen, und er wird, nach dem Tode unserer Großmutter, die dort ihr Altenteil hat, und nach unser beider Tod in den Genus dieses Gebietes kommen. Es umfasst zehn Bonniers und mehr und untersteht dem König kraft seines Herrschaftsgebietes von Wervy, und war bisher jährlich zwanzig Pfund wert. Er erhält auch die beiden Gebiete namens Mayerland, die die hohe und die niedrige Gerichtsbarkeit ausüben (d.h. berechtigt sind, Todesstrabe, schwere Strafen und geringfügige Strafen zu verhängen); das eine enthält fünf Bonniers in der Gemeinde Houplines, und das andere in der Gemeinde Comines umfasst zwanzig Bonniers und ein halb. Diese sind aus dem Nachlaß des verstorbenen Jean de Fines, unserem Vater, und bringen ungefähr zweiundvierzig Florin ein. Er erhält des weiteren das Gebiet mit zwei Bonniers Wiesen, am Fluss Lyz zwischen Houplines und Frelingem, in zwei geteilt, mit hoher, mittlerer und niedriger Gerichtsbarkeit, es bringt jährlich achtzehn Pfund ein. Er erhält außerdem ein kleines Lehnsgut im Orte Cruningen, het Schalyhuis genannt, mit zwei Bonniers Land und allen Gebäuden, die sich dort befinden. Unserem Sohn Jacques vermachen wir unser großes Pachtgut in Cruningen mit allen Gebäuden, Nebenhäusern, Speichern und Ställen, umgeben von einem Graben; dieses Pachtgut heißt le Blauwhoeve. Unsere Tochter Jeanne Herlin soll unser Pachtgut namens la Vacquerie erhalten, das sich im Dorf Ferlinghem befindet, mit allen Nebengebäuden, Speichern und Ställen, umgeben von einem Wassergraben; zu diesem Gut gehören zwei Bonnier Garten, acht Bonnier Ackerland, zusammen also zehn Bonnier. Die Witwe des verstorbenen Jean de Fines, unsere Schwiegermutter, hat das Recht, bis an das Ende ihrer Tage hier zu leben; das ganze ist fast zweihundert Florin pro Jahr wert. Was nun die restlichen Barmittel, Renten, Schulden und Anteile betrifft, die wir neben allem anderen hinterlassen werden, so sollen diese zu gleichen Teilen unter unseren genannten Erben aufgeteilt werden, und nach unser beider Ableben ernennen und bestellen wir den Edelmann Jacques de Flandres, Knappe, Herr von Fromont, unseren Schwager, und unseren Neffen, den Knappen und Edelmann de Belle vallet, Herr von Pomerée, Steueranwalt im Provinzialrat von Arthois, zum Kurator unserer Kinder für die Güter, die wir in Flandern, Arthois und der Burggrafschaft Lille hinterlassen werden; und für alle anderen Güter, die sich an anderen Orten und in Zeeland befinden, ernennen wir den erwähnten Nachfahren und Jean Herlin, unseren ältesten Sohn, bis unsere anderen Kinder erwachsen geworden sind; und wir teilen jedem der beiden obengenannten Kuratoren zur Erinnerung an uns fünfundvierzig Florin zu, und wir befehlen unseren erwähnten Kindern und Erben, dass ein jeder von ihnen unseren hiermit niedergelegten Willen beachten und befolgen und sich gemäß dieser Anweisungen verhalten und in Freundschaft, Einigkeit und Frieden sein Erbe mit den anderen teilen möge, und wer sich dagegen auflehnt und dies missachtet, kann mitsamt seiner Frau von unserem Erbe ausgeschlossen werden, und der ihm zustehende Anteil wird dann unter den gehorsamen Erben aufgeteilt. Allerdings behalten wir uns das Recht, die Macht und die Entscheidung vor, auch nach der Unterzeichnung dieses Testamentes die vorliegenden Anweisungen zu widerrufen, zu erhöhen, zu mindern oder auf andere Weise abzuändern, sei es gänzlich oder nur teilweise, und zwar zu jedem Zeitpunkt, der uns angemessen erscheint. Und da dieses Dokument gegenwärtig unsere Absichten wiedergibt und unseren letzten Willen darstellt, haben wir es in Anwesenheit der ehrenwerten, unten aufgeführten Personen unterzeichnet und diese gebeten, als Zeugen gegenzuzeichnen und mit uns den Stempel aufzubringen. Ausgefertigt in der Stadt Bremen an diesem fünfzehnten Tage des Monats März im Jahre sechzehnhundertund... Da der Erblasser zu geschwächt war zu schreiben, hat er vor allen Anwesenden darum gebeten, dass ich in seinem Namen unterschreiben möge. Jacobus Tajart Agnes de Fines Andreas van der Meulen Franchois Pirens Nicolas Malapert Anthoine Anselmo Charles Drumez Bartholomeus Panhuysen
Beschreibung
Anmerkung zur Korrespondenz des Claude Herlin als Emigrant und zum Leben der Familie in Bremen.
ja

Veröffentlichung: HISTORISCHEN GESELLSCHAFT des KÜNSTLERVEREINS
Text:
Bd. 52, S. 85 ff.
Notiz:
Nachdem sich Claude Herlin (nach der Flucht aus Antwerpen) mit seiner Familie in Bremen niedergelassen hatte, pflegte er einen regen Briefverkehr mit anderen Emigranten aus der ehemaligen Heimat, u. a. mit Daniel van der Meulen, der ursprünglich aus Antwerpen stammte. Zu diesem Briefverkehr Claude Herlins sowie zu den Lebensumständen der niederländischen Glaubensflüchtlinge in Bremen gibt ein Artikel von R. van Roosbroeck im Bremischen Jahrbuch Bd. 52 viele Hinweise und Informationen. So berichtet Claude über den Ausbruch der Pest in Bremen im Jahr 1598, weshalb er mit seiner Familie, wie viele andere niederländische Kaufleute, von Juni 1598 bis Okt 1598 nach Stade umzog. Claude bediente sich in dieser Korrespondenz der französischen Sprache. Es ist aber davon auszugehen, dass Claude auch die niederländische Sprache beherrschte. Er hätte bei seinem Aufenthalt in Antwerpen sonst wohl kaum seinen Geschäften nachgehen und dort auch nicht Hauptmann der Bürgerwehr sein können. Anmerkung zu DANIEL VAN DER MEULEN (1554 - 1600): Daniel van der Meulen war wohlhabender Kaufmann zu Antwerpen. Nach der Einnahme Antwerpen durch die Spanier anno 1585, zog er mit seiner Familie (wie Claude Herlin) zunächst nach Bremen, wo er bis anno 1591 seinen Geschäften nachging. Anschließend ließ er sich endgültig in Leiden (NL) nieder. Ein Bruder von Daniel van der Meulen, nämlich Andries van der Meulen, lebte noch nach anno 1591 in Bremen.
Beschreibung
Anmerkung zum Enkel des vorliegenden Claude Herlin, nämlich zu Claude (de) Herlin (St. 4.15 / I421).
ja

Notiz: Ein Enkel Claude Herlins (der Sohn von Claudes Sohn Jacques Herlin) war der Initiator der Familienchronik "Historie généalogique de la tres ancienne et tres noble Famille de Herlin". Diese Chronik wurde im Auftrag des Enkels durch den seinerzeit bekannten Historiker Jean le Carpentier erstellt und anno 1669 in Leiden veröffentlich. Dieser Enkel war Claude (de) Herlin, St. 4.15, I421, der wohl aufgrund der Chronik seinem Familiennamen das Adelspräfix "de" hinzufügte.
Beschreibung
Stammtafel: St. 2.09
ja

Beschreibung
Anmerkung zum Lebensweg des Claude Herlin und seines Halbruders Michiel (der Ältere) Herlin.
ja

Notiz:
Um den Verfolgungen wegen seines reformierten Glaubens zu entgehen, flüchtete Claude Herlin mit seiner Frau und den ersten beiden Kindern etwa anno 1577 (vermutlich nach dem Ende der 'Spanischen Furie', sh. unten) von Arras nach Antwerpen in den seinerzeit wieder 'freien' Teil der Spanischen Niederlande. Dort wurden zwei weitere der insgesamt fünf Kinder des Ehepaares geboren. Claude wurde daselbst anno 1578 zum Hauptmann der Bürgerwehr ernannt. Als Antwerpen anno 1585 erneut von den katholischen Spaniern erobert wurde, war Claude (als Protestant und Bürgerhauptmann) gezwungen die Stadt baldmöglichst zu verlassen. Er zog bzw. flüchtete mit seiner Familie über Cruiningen (Kruiningen, deutsch auch: Gröningen) in Zeeland, wo er den Gutshof 'Blauwhoeve' besaß, nach Bremen. In Bremen traf Claude mit seiner Familie um etwa 1587 ein. Claudes älterer Halbbruder Michel Herlin (St. 2.02, I77), der als reicher Kaufmann in Valenciennes (Valencijn) lebte, blieb trotz mehrerer Warnungen vor drohender Lebensgefahr in seiner Heimatstadt und beteilgte sich mit seinen Söhnen Michel (dem Jüngeren), Gautier, Philippe und Nicolas an deren Verteidigung gegen die Spanier. Nach der Einnahme von Valenciennes im März 1567 wurde Michel, weil er fest zu seinem Glauben stand, gefangen gesetzt und am 31.05.1567 daselbst auf dem Marktplatz enthauptet. Sein ältester Sohn Michel (der Jüngere), der kurz vor der Einnahme der Stadt einen gescheiterten Fluchtversuch unternommen hatte, erlitt das gleiche Schicksal. Michiels Söhne Gautier, Philippe und Nicolas flüchteten kurz vor dem Fall der Stadt ebenfalls in die Wälder der Umgebung. Sie wurden dort aber aufgespürt. Philippe und Nicolas wurden unmittelbar nach der Festnahme gehängt. Gautier wurde an Nase und Ohren verstümmelt und sollte anschließend in Valenciennes hingerichtet werden. Ihm gelang jedoch eine erneute Flucht. Er schloß sich später den gegen die Spanier rebellierenden Geusen an. (Quelle: La France Protestante ou Vie des Protestante etc. von E. & E. M. Haag, Bibliothque Nationale, Paris).
Notiz:
Anno 1577, als Claude nach Antwerpen flüchtete, war Juan de Austria (ein illegitimer Sohn von Karl I von Spanien = Karl V des HRR) offizieller Statthalter in den Spanischen Niederlanden. Als Claude anno 1585 mit seiner Familie Antwerpen verlassen musste, war Alessandro Farnese, Herzog von Parma, Statthalter. König von Spanien war zu dieser Zeit (ab 1556) Philipp II von Spanien aus dem Hause Habsburg (Sohn von Karl I von Spanien / Karl V des HRR).
Notiz:
Die 'Spanische Furie' war der Überfall und die dreitägige Plünderung Antwerpens durch marodierende spanische Söldner beginnend mit dem 04. November 1576. Die entfesselten Söldner verübten bestialische Gräueltaten an den Bürgern der Stadt. Insgesamt starben etwa 10.000 Menschen (Männer, Frauen und Kinder). Durch absichtlich gelegte Feuer wurden etwa 800 Häuer zerstört. Die Bevölkerung Antwerpens wurde um ein Drittel dezimiert. Gegen erhebliche Lösegeldzahlungen wurde die Stadt anno 1577 von den spanischen Besatzern geräumt. Die Bürger Antwerpens zerstörten nach dem Abzug der Truppen die von den Spaniern errichtete Zitadelle. Anno 1584/85 belagerten die Spanier Antwerpen erneut.
Tod nach 15. März 1601 (Alter 56 Jahre)
Veröffentlichung: Leyden, 1669
Text:
S. 174 ff.
Notiz:
Das Testament von Claude (gegeben zu Bremen) wurde mit dem Datum " am 15. Tage des März im Jahre sechszehnhundertund..." versehen. Über sein Todesdatum ist damit nichts gesagt, außer dass dieses im frühesten Fall nach dem 15.03.1601 (möglicherweise auch viel später) gelegen haben muß. Claude wurde in der Kirche St. Ansgari "aghter de predikstoel" (hinter der Kanzel) beigesetzt. Auch seine Witwe fand dort ihre letzte Ruhe. Das Testament von Claude Herlin ist in der Genealogie von Carpentier abgedruckt (S. 174 ff.); aufgrund der zeitlichen Nähe war es wohl noch in der Familie vorhanden und kann als echt angesehen werden. Es wurde unterschrieben (s. 177) von: Jacobus Tajart Agnes de Fines Andreas an der Meulen Franchois Pirens Nicolas Malapert Antoine Ancelmo Charles Drumez Bartholomeus Panhuysen Die Übersetzung ist in der deutsche Fassung und in der Broschüre "Im Wandel" abgedruckt.
Familie mit Eltern - Diese Familie ansehen
Vater
Mutter
Heirat: um 1537Arras, Pas-de-Calais, Nord-Pas-de-Calais, Frankreich
1 Jahr
älterer Bruder
3 Jahre
älterer Bruder
4 Jahre
ältere Schwester
4 Jahre
er selbst
Familie des Vaters mit Marguerite „Courcol“ de Bailliencourt - Diese Familie ansehen
Vater
Stiefmutter
Heirat: um 1500
1 Jahr
Halbschwester
6 Jahre
Halbbruder
3 Jahre
Halbbruder
4 Jahre
Halbschwester
4 Jahre
Halbschwester
Familie des Vaters mit Clairette Cresson - Diese Familie ansehen
Vater
Stiefmutter
Heirat:
Halbschwester
Familie des Vaters mit Rose de Buillon - Diese Familie ansehen
Vater
Stiefmutter
Heirat: um 1515Arras, Pas-de-Calais, Nord-Pas-de-Calais, Frankreich
6 Jahre
Halbschwester
Familie der Mutter mit Jean des Buissons - Diese Familie ansehen
Stiefvater
Mutter
Heirat: um 1530
Familie mit Agnes de Fines - Diese Familie ansehen
er selbst
Ehefrau
Heirat: 4. Juni 1565Lille (Rijssell), Nord, Nord-Pas-de-Calais, Frankreich
9 Jahre
Sohn
2 Jahre
Sohn
6 Jahre
Tochter
Agnes Herlin
Geburt: um 1580 35 31Antwerpen, Flämische Region, Belgien
Tod: vor 1611Bremen, Freie Hansestadt Bremen, Deutschland
3 Jahre
Sohn
6 Jahre
Tochter

HeiratANNALES DE LA SOCIÉTÉ HISTORIQUE, ARCHÉOLOGIQUE ET LITTÉRAIRE DE LA VILLE D'YPRES ET DE L'ANCIENNE WEST-FLANDRE
Veröffentlichung: Ypres, Band VIII (1878); Imprimerie de SIMON LAFONTEYNE,
Text:
Bd. VIII, S. 168 : "Mémoire que le ij e de May 1565, que fut le traictié de mariaige de nostre fille Agnies, passet par devant Pierre du Forest, notaire de Lille, contre Claude Herlin; à laquelle j'ay donné 6000 florins, asscavoir en argent 4500 fl. et en terres, je dis 2 parties, 1500 florins. Et a espouset le 4e de Juing 1565 aiant faict les neupees au logis de Robert du Bosquiel, à Lille; à cause qu'estions à Anvers lon ne a point rewidet aux neupces de ladte. Ledit traictié de mariage, je dis la copie et le double du bien que avoit ledt Claude de port de mariaige sont mis avecq mes lettres en parchemin."
BerufStammtafeln des um 1590 von Flandern ausgewanderten Geschlechtes Herlyn (de Herlin); Zusammengestellt von J.J.U. Herlyn, Verlag B. Davids, Emden 1914
Veröffentlichung: 1978
Text:
S. 25
WohnortBRIEVEN EN ANDERE BESCHEIDEN BETREFFENDE DANIEL VAN DER MEULEN 1584-1600 Deel I augustus 1584-september 1585
Veröffentlichung: 's-Gravenhage - Verkrijgbaar bij MARTINUS NIJHOFF - 1986
Text:
S. XLIX "aldus Claude Herlin vanuit Bremen d.d. 28.Juni 1592"
BesitzHistoire des Martyrs persecutez et mis a mort pour la verité de l'Euangile
Veröffentlichung: Geneve M.DC.VIII
Text:
S. 175 "situez en la Parochie de Salomé, pres de la Bassée" Das Landgut hat er von seinem Neffen Charles Herlin geerbt, der in Lille gewohnt hat.
Besitz"Im Wandel" (Stand 2007) - Dokumentation der Geschichte der Familie de Herlin im 15. und 16. Jahrhundert
Veröffentlichung: Brüssel 2007 (Eigendruck)
Text:
S. 89 Dieses Land hat Claude von seinem Neffen Charles (de) Herlin geerbt, der Rechtsanwalt in Lille war
Besitz"Im Wandel" (Stand 2007) - Dokumentation der Geschichte der Familie de Herlin im 15. und 16. Jahrhundert
Veröffentlichung: Brüssel 2007 (Eigendruck)
Text:
S. 90 Die Länderei und Herrschaftsgebiet um Ajette wurden an den ältesten Sohn Jehan Herlin vererbt. Sie wurden um 1600 von einem Bastien Desroguiere bewirtschaft und standen unter der Verwaltung von den Herren von Berlettes.
Besitz"Im Wandel" (Stand 2007) - Dokumentation der Geschichte der Familie de Herlin im 15. und 16. Jahrhundert
Veröffentlichung: Brüssel 2007 (Eigendruck)
Text:
S. 90 "Lehnsgut und Herrschaftgebiet. das man Ternich nennt...liegt im Ort Morselle, anderhalb Meilen von Courtrai entfernt". Claude nannte sich Seigneur de Terlinck; Das Landgut Terlinck lag vermutlich in der Nähe von Poperinge (heute: Belgien) etwas nördwestlich von Lille. Begründung: Der Name der Familie Terlinck, die das Landgut wahrscheinlich an Claude Herlin veräußerte, taucht in dieser Zeitspanne, gehäuft im Ort Roesbrugge bei Poperinge auf.
BesitzHistoire généalogique de la très anciennes et très noble Famille de Herlin
Veröffentlichung: Leyden, 1669
Text:
S. 175 "Or pour especial Jehan Herlin, notre Filz aisne ... Plus aura-il Fief et Seigneurie nomme le Terninch avecq touts bastiments environnes d'eau avecq seize bonnieres de terre tant jardinage qu'a labeur avecq dixhuict rasieres d'avoisne de rente seigneuriale, situe le dit Fief au Vilage de Morselle,lieu & demye de Courtray & tenu du Chateau du dit Courtray..."
BesitzHistoire généalogique de la très anciennes et très noble Famille de Herlin
Veröffentlichung: Leyden, 1669
Text:
S. 176 Das Gut 'Le Blauhoeve' erbte sein Sohn Jacques "A nostre Filz Jacques donnons nostre grand Cense a Cruningen avecq touts bastimens, maisonnage, granges & estables, le tout environné d'un fossé La Cense se nomme Le Blauhoeve"
Besitz"Im Wandel" (Stand 2007) - Dokumentation der Geschichte der Familie de Herlin im 15. und 16. Jahrhundert
Veröffentlichung: Brüssel 2007 (Eigendruck)
Text:
S. 90 Lehensgut 'het Schalyhuis' im Ort Cruningen auf Zeeland
BesitzHistoire généalogique de la très anciennes et très noble Famille de Herlin
Veröffentlichung: Leyden, 1669
Text:
S. 176 Das landstück "het Schalyhuis" erbte sein Sohn Philipp 'une petite Cense situee au Vilage de Cruningen, nomme het Schalyhuis, avecq deux bonnieres de terre & les bastimens quy y fort"
Besitz"Im Wandel" (Stand 2007) - Dokumentation der Geschichte der Familie de Herlin im 15. und 16. Jahrhundert
Veröffentlichung: Brüssel 2007 (Eigendruck)
Text:
S. 90 Das Pachtgut la Vacquerie, das sich im Dorf Frelinghem befindet, erbte die Tochter Jeanne Herlin. Auf diesem Landgut lebte die Großmutter von Jeanne, Agnes de Fourmestraux, nach dem Tod ihres Mannes Jean de Fines.
BesitzHistoire généalogique de la très anciennes et très noble Famille de Herlin
Veröffentlichung: Leyden, 1669
Text:
S. 176 "Au regard de nostre Fille Jehanne Herlin, luy donnons nostre Cense nommée La Vacquerie, située au Vilage de Ferlinghem, avecq touts bastiments des maisons, granges & estables, le tout environné d'un fossé d'eau, contenant avecq deux bonniers de Jardinage, huict bonniers de terre a labeur, ensemble dix bonniers, la Veuve du feu Jean de Fines, nostre belle Mere, y aayant sont douaire sa vie durant, éavult pres de deux cents florins par an."
BesitzHistoire généalogique de la très anciennes et très noble Famille de Herlin
Veröffentlichung: Leyden, 1669
Text:
S. 175 "Or pour especial Jehan Herlin, notre Filz aisne ... item aura aultres trois fiefs bonnets, situez au Vilage de Givency, deux lieues d'Arras, avec trente deux patar de rent seigneurial, a nous succedez par le deces de nostre Nepveu Charles d'Herlin sus-dit"
Besitz"Im Wandel" (Stand 2007) - Dokumentation der Geschichte der Familie de Herlin im 15. und 16. Jahrhundert
Veröffentlichung: Brüssel 2007 (Eigendruck)
Text:
S. 90 "Gebiet der Tune, bei der Kapelle von Brille gelegen, eine halbe Meile von Comines entfernt"
BesitzHistoire généalogique de la très anciennes et très noble Famille de Herlin
Veröffentlichung: Leyden, 1669
Text:
S. 176
BesitzHistoire généalogique de la très anciennes et très noble Famille de Herlin
Veröffentlichung: Leyden, 1669
Text:
S. 176 Claude Herlin legte in seinem Testament fest, dass sein zweiter Sohn Philippe "neben dem Lehnsgut 'de la Thune' auch die beiden Lehnsgüter 'Mayerlandt' erben sollte. "Si aura les deux fiefs nommez Mayerlandt, qui ont Justice hault & basse, l'ung contenant cincq bonniers en La Parochie de Houplines & l'autre en la Paroiche de Comines vingt&demy bonier, ainsy comme sont les succedez par le trespas de feu Jean de Fines, nostre Pere, rend environ quarante deux florins: d'avantage aura le Fief de deux bonniers de prez situez sur la Riviere de Lyz entre Houlpines & Frelingem, separé en deux, ont Justice, haulte moyenne & basse rend par an dixhuict livre de gros"
BeschreibungBremisches Jahrbuch
Veröffentlichung: HISTORISCHEN GESELLSCHAFT des KÜNSTLERVEREINS
Text:
Bd. 52, S. 85 ff.
TodHistoire généalogique de la très anciennes et très noble Famille de Herlin
Veröffentlichung: Leyden, 1669
Text:
S. 174 ff.
Geburt
Arras lag zu dieser Zeit in den damaligen Spanischen Niederlanden
Geburt
Claude wird mit seinem Bruder Charles 1557 in den Akten von Arras als Sohn von Jehan Herlin und Anthoinette de Croix erwähnt. BN Ms Fr 8537 – folio 48 - 1557 - Charles et Claude HERLIN enfants de Jehan et d'Antoinette DE CROIX dit Drumez (St Nicolas)
Heirat
Die Heirat wird in den 'Memorial' ihres Vaters Jehan de Fynnes beschrieben. Am 11. Mai 1565 wurde zunächst ein Heiratsvertrag geschlossen, in der eine hohe Mitgift vereinbart wurde. Da die Heirat in Lille stattgefunden hat, ist davon auszugehen, dass sich Claude ab ca. 1564 bereits in Lille aufgehalten hat, denn sonst hätte er sein Frau kaum kennnenlernen können. Wahrscheinlich ist er zunächst in Lille geblieben und um 1568 (nach dem Fall von Valenciennes) nach Antwerpen gezogen; denn um diese Zeit ist auch sein Schwiegervater Jean de Fynnes aus Lille weggezogen. In dem Dokument wird auch ein Robert de Bosquiel als Neffe erwähnt, bei dem sie logiert haben. Dessen Tochter Marie hat 1572 in zweiter Ehe Charles Herlin geheiratet, einen Sohn von Jean Herlin aus Arras, der Rechtsanwalt in Lille war.
Beruf
Claude wurde 1578, als die Gegner und Bekämpfer der spanischen Oberhoheit - nach der vorhergegangenen Plünderung Antwerpens durch spanische Söldner ('Spanische Furie' anno 1576) - in der Stadt wieder die Oberhand bewonnen hatten, von diesen zum Hauptmann der Bürgerwehr ernannt. Anno 1584 begannen spanische (katholische) Truppen erneut mit der Belagerung Antwerpens, um die Stadt wieder unter spanische Kontrolle zu bringen. Claude war in seiner Funktion als Bürgerwehrhauptmann an der Verteidigung Antwerpens beteiligt. Im Jahre 1585 musste die Stadt vor den Spaniern kapitulieren. Die Bewohner reformierten Glaubens wurden gezwungen, entweder zum katholischen Glauben zurückzukehren oder die Stadt innerhalb von vier Jahren zu verlassen. Da Claude am reformierten Glauben festhielt, zog er mit seiner Familie zunächst nach Cruiningen (Kruiningen) auf Zeeland, wo er ein Landgut besaß, um von dort um 1586/87 nach Bremen umzusiedeln.
Besitz
Ort: Cruiningen (Kruiningen bzw. Gröningen) auf Zeeland.
Besitz
Claude nannte sich Seigneur de Givenchy. Das Landgut 'Givency' hat Claude von seinem Neffen Charles Herlin geerbt.
Testament
Testament Claude de Herlin (ausgestellt nach anno 1600) Übersetzung nach der Genalogie von Carpentier 1669, Seite 195 - 198 "Unser CLAUDE DE HERLIN, der alle Wirrungen erlebt und erkannt hatte, die sich unaufhörlich zwischen den Staaten der siebzehn Provinzen abspielten, hielt es für richtig, schließlich das Militär zu verlassen und begab sich im Jahre 1582 von Antwerpen nach Grueninge (vermutlich heute Kruiningen) Zeeland, wo er aber auch noch nicht die ersehnte Ruhe fand und sich daher mit mehreren seiner Freunde in die Stadt Bremen zurückzog. Dort legte er auch im Jahre 1600 sein Testament nieder, wie Sie in der folgenden Charta feststellen können. Im Namen des Herrn. Mit dem Inhalt des folgenden möchten wir allen bekannt geben, dass wir, CLAUDE DE HERLIN (Sohn von JEHAN & AGNES DE FINES, seiner Frau) angesichts der Unsicherheit der menschlichen Natur und da es nichts gibt, das so sicher ist wie der Tod, dessen Stunde wir nicht kennen, im vollen Besitz unserer geistigen Kräfte, des Gedächtnisses und des Ausdrucks, diese Welt nicht verlassen möchten, ohne über die irdischen Güter zu verfügen, die Gott uns in seiner Güte zugestanden hat, damit es nach unserem Tode zu keinerlei Streitigkeiten, Zweifeln oder Uneinigkeiten zwischen unseren Kindern und Nachfolgern kommen möge, und so haben wir nach reiflicher Überlegung unser Testament und letzten Willen auf folgende Art und Weise aufgesetzt und bestimmt. Es ist unser Wunsch und Wille, dass dieses gültig sei und wirksam werden möge, sei es nun in Form eines Testamentes, als Schenkung nach dem Tode oder in jeder anderen Form des Letzten Willens; auf die beste und geeignetste Art und Weise, um seine Gültigkeit zu behalten und befolgt zu werden. Allerdings sollen die weltlichen und erklärten Rechte der Kirche respektiert werden; sollte dies nicht der Fall sein, annullieren wir ausdrücklich dieses Testament sowie auch alle anderen Schenkungen, Verfügungen und Verträge, die möglicherweise die Rechte der Kirche nicht berücksichtigen. In einem solchen Fall erklären wir sogar unseren Heiratsvertrag für null und nichtig. Zuerst einmal, was unsere Seelen betrifft, wenn sie unseren Körper verlassen, so empfehlen wir sie der Barmherzigkeit Gottes, des Vaters alles Guten, und bitten ihn demütig, um der Liebe und Erlösung unseres Herrn und Retters Jesus Christus willen, uns barmherzig im ewigen Leben zu empfangen, und wir wünschen, dass unsere Körper nach den Geboten der Christlichen Kirche bestattet werden mögen. Was nun unsere weltlichen Güter anbelangt, so wünschen und befehlen wir, dass der Überlebende von uns beiden, der im Witwenstand lebt, sein ganzes Leben lang den vollen Besitz über alle Güter behält, unter der Bedingung, unsere Kinder, bis sie erwachsen sind, standesgemäß zu ernähren, zu kleiden und all ihre anderen Bedürfnisse ehrlich zu erfüllen, solange, bis sie sich verheiraten, sich einem Beruf oder einer anderen Aufgabe zuwenden. Der Überlebende wird jedem vierhundert Pfund des flandrischen Geldes oder nach Belieben auch mehr geben, dieses Geld wird aus dem Verkauf verfügbar werden, den wir angeordnet haben, nämlich dem Verkauf der vierzehn Bonniers (bonnier etwas mehr als ein Hektar) Land, das uns von unserem verstorbenen Neffen Charles de Herlin, dem Rechtsgelehrten, vermacht wurde, und das sich in der Gemeinde Salomé befindet, unweit von Bassée, und diese besagten vierhundert Pfund sind abzüglich der Erbabgaben zu zahlen und müssen in gemeinsamer Absprache mit den anderen Erben nach dem Tode des Überlebenden) aufgeteilt werden. Sollte dieser Überlebende sich wiederverheiraten, so ist er gehalten, in diesem Falle unseren Kindern alle Güter abzutreten und zu überlassen, die aus dem Teil des Erstverstorbenen hervorgegangen sind, und auch die Hälfte all unserer Habe, der beweglichen und der unbeweglichen, mit Ausnahme der Nutznießung der unbeweglichen Habe, die sie erst später erwerben werden. Im ersteren Falle, also im Witwenstand, haben wir unsere Habe und unser Erbe beschrieben und unseren wahren und legitimen Erben und Nachfolgern, unseren vier Kindern Jean, Philippes, Jacques & Jeanne Herlin, vermacht, und zwar sind die einzelnen Erbteile, wie im folgenden erklärt wird, aufgeteilt. Diese Erbteile können sie oder ihr jeweiliger Nachfolger, nachdem wir beide gestorben sind, mit vollem Recht beanspruchen, erhalten und als ihr Eigentum und Erbe verwenden, und wenn eines von ihnen sterben sollte, ohne Kinder oder rechtmäßige Erben zu hinterlassen, so wird ihr Erbteil an die verbleibenden Brüder und Schwestern übergehen, mit Ausnahme der Lehngüter, die nacheinander an Jean und dann an Philippes gehen, die wiederum bei Erhalt ihrer Anteile Jacques und Jeanne durch Geld oder Leibrente entschädigen werden. Wir bestimmen insbesondere, dass unser ältester Sohn Jehan Herlin nach unser beider Tod die Ländereien und das Herrschaftsgebiet mit allem, was dazu gehört und mit allen Dependancen erhalten soll. Diese befinden sich im Orte Ajette, zwischen Arras und Bapaulme, und haben eine Fläche von schätzungsweise achtzehn Bonniers und enthalten achtundvierzig Mencauldés (mencauldés ca. 25 Ar) fruchtbaren Bodens, der achtundvierzig Rasiers Weizen hervorbringt, acht Florin Lehnsrente, ein Schwein im Werte von zehn Florin; dieser Boden wird derzeit von Bastian Desroguiere genutzt; das besagte Herrschaftsgebiet wird von Herrn von Berlettes verwaltet; des weiteren erhält er drei gute Lehngüter, die sich im Orte Givency befinden, zwei Meilen von Arras entfernt, mit zweiunddreißig Patars Lehnsrente, diese Lehngüter wurden uns von unserem Neffen Charles d'Herlin vermacht, sie umfassen mehr oder weniger fünfzehn bis sechzehn Mencauldés. Außerdem wird er das Lehnsgut und Herrschaftsgebiet erhalten, das man das Ternich nennt, mit allen dazugehörigen Gebäuden, umgeben von Wasser und mit sechzehn Bonnier Land, teils Garten , teils Ackerland, mit achtzehn Rasieres Hafer als Lehnsrente; dieses Gebiet liegt im Ort Morselle, anderthalb Meilen von Courtrai entfernt, und wurde uns vom Schloss dieses besagten Courtrai als Pachtgut abgetreten, im Pachtverzeichnis steht vermerkt, dass hierfür jährlich zweihundert Florin zu zahlen sind. Mit all diesen Teilen wird sich der genannte Jean zufrieden geben; er erklärt sich jetzt und in Zukunft und namens seiner Nachkommen damit einverstanden, dass die anderen Domänen seinem Bruder Philippe bestimmt und zugeteilt werden. So geben wir diesem genannten Philippe, unserem zweiten Sohn, das Gebiet der Tune, bei der Kapelle von Brille gelegen, eine halbe Meile von Comines entfernt, mit Pacht und Landsitz; das ganze ist von doppelten Wassergräben umschlossen, und er wird, nach dem Tode unserer Großmutter, die dort ihr Altenteil hat, und nach unser beider Tod in den Genus dieses Gebietes kommen. Es umfasst zehn Bonniers und mehr und untersteht dem König kraft seines Herrschaftsgebietes von Wervy, und war bisher jährlich zwanzig Pfund wert. Er erhält auch die beiden Gebiete namens Mayerland, die die hohe und die niedrige Gerichtsbarkeit ausüben (d.h. berechtigt sind, Todesstrabe, schwere Strafen und geringfügige Strafen zu verhängen); das eine enthält fünf Bonniers in der Gemeinde Houplines, und das andere in der Gemeinde Comines umfasst zwanzig Bonniers und ein halb. Diese sind aus dem Nachlaß des verstorbenen Jean de Fines, unserem Vater, und bringen ungefähr zweiundvierzig Florin ein. Er erhält des weiteren das Gebiet mit zwei Bonniers Wiesen, am Fluss Lyz zwischen Houplines und Frelingem, in zwei geteilt, mit hoher, mittlerer und niedriger Gerichtsbarkeit, es bringt jährlich achtzehn Pfund ein. Er erhält außerdem ein kleines Lehnsgut im Orte Cruningen, het Schalyhuis genannt, mit zwei Bonniers Land und allen Gebäuden, die sich dort befinden. Unserem Sohn Jacques vermachen wir unser großes Pachtgut in Cruningen mit allen Gebäuden, Nebenhäusern, Speichern und Ställen, umgeben von einem Graben; dieses Pachtgut heißt le Blauwhoeve. Unsere Tochter Jeanne Herlin soll unser Pachtgut namens la Vacquerie erhalten, das sich im Dorf Ferlinghem befindet, mit allen Nebengebäuden, Speichern und Ställen, umgeben von einem Wassergraben; zu diesem Gut gehören zwei Bonnier Garten, acht Bonnier Ackerland, zusammen also zehn Bonnier. Die Witwe des verstorbenen Jean de Fines, unsere Schwiegermutter, hat das Recht, bis an das Ende ihrer Tage hier zu leben; das ganze ist fast zweihundert Florin pro Jahr wert. Was nun die restlichen Barmittel, Renten, Schulden und Anteile betrifft, die wir neben allem anderen hinterlassen werden, so sollen diese zu gleichen Teilen unter unseren genannten Erben aufgeteilt werden, und nach unser beider Ableben ernennen und bestellen wir den Edelmann Jacques de Flandres, Knappe, Herr von Fromont, unseren Schwager, und unseren Neffen, den Knappen und Edelmann de Belle vallet, Herr von Pomerée, Steueranwalt im Provinzialrat von Arthois, zum Kurator unserer Kinder für die Güter, die wir in Flandern, Arthois und der Burggrafschaft Lille hinterlassen werden; und für alle anderen Güter, die sich an anderen Orten und in Zeeland befinden, ernennen wir den erwähnten Nachfahren und Jean Herlin, unseren ältesten Sohn, bis unsere anderen Kinder erwachsen geworden sind; und wir teilen jedem der beiden obengenannten Kuratoren zur Erinnerung an uns fünfundvierzig Florin zu, und wir befehlen unseren erwähnten Kindern und Erben, dass ein jeder von ihnen unseren hiermit niedergelegten Willen beachten und befolgen und sich gemäß dieser Anweisungen verhalten und in Freundschaft, Einigkeit und Frieden sein Erbe mit den anderen teilen möge, und wer sich dagegen auflehnt und dies missachtet, kann mitsamt seiner Frau von unserem Erbe ausgeschlossen werden, und der ihm zustehende Anteil wird dann unter den gehorsamen Erben aufgeteilt. Allerdings behalten wir uns das Recht, die Macht und die Entscheidung vor, auch nach der Unterzeichnung dieses Testamentes die vorliegenden Anweisungen zu widerrufen, zu erhöhen, zu mindern oder auf andere Weise abzuändern, sei es gänzlich oder nur teilweise, und zwar zu jedem Zeitpunkt, der uns angemessen erscheint. Und da dieses Dokument gegenwärtig unsere Absichten wiedergibt und unseren letzten Willen darstellt, haben wir es in Anwesenheit der ehrenwerten, unten aufgeführten Personen unterzeichnet und diese gebeten, als Zeugen gegenzuzeichnen und mit uns den Stempel aufzubringen. Ausgefertigt in der Stadt Bremen an diesem fünfzehnten Tage des Monats März im Jahre sechzehnhundertund... Da der Erblasser zu geschwächt war zu schreiben, hat er vor allen Anwesenden darum gebeten, dass ich in seinem Namen unterschreiben möge. Jacobus Tajart Agnes de Fines Andreas van der Meulen Franchois Pirens Nicolas Malapert Anthoine Anselmo Charles Drumez Bartholomeus Panhuysen
Beschreibung
Nachdem sich Claude Herlin (nach der Flucht aus Antwerpen) mit seiner Familie in Bremen niedergelassen hatte, pflegte er einen regen Briefverkehr mit anderen Emigranten aus der ehemaligen Heimat, u. a. mit Daniel van der Meulen, der ursprünglich aus Antwerpen stammte. Zu diesem Briefverkehr Claude Herlins sowie zu den Lebensumständen der niederländischen Glaubensflüchtlinge in Bremen gibt ein Artikel von R. van Roosbroeck im Bremischen Jahrbuch Bd. 52 viele Hinweise und Informationen. So berichtet Claude über den Ausbruch der Pest in Bremen im Jahr 1598, weshalb er mit seiner Familie, wie viele andere niederländische Kaufleute, von Juni 1598 bis Okt 1598 nach Stade umzog. Claude bediente sich in dieser Korrespondenz der französischen Sprache. Es ist aber davon auszugehen, dass Claude auch die niederländische Sprache beherrschte. Er hätte bei seinem Aufenthalt in Antwerpen sonst wohl kaum seinen Geschäften nachgehen und dort auch nicht Hauptmann der Bürgerwehr sein können. Anmerkung zu DANIEL VAN DER MEULEN (1554 - 1600): Daniel van der Meulen war wohlhabender Kaufmann zu Antwerpen. Nach der Einnahme Antwerpen durch die Spanier anno 1585, zog er mit seiner Familie (wie Claude Herlin) zunächst nach Bremen, wo er bis anno 1591 seinen Geschäften nachging. Anschließend ließ er sich endgültig in Leiden (NL) nieder. Ein Bruder von Daniel van der Meulen, nämlich Andries van der Meulen, lebte noch nach anno 1591 in Bremen.
Beschreibung
Ein Enkel Claude Herlins (der Sohn von Claudes Sohn Jacques Herlin) war der Initiator der Familienchronik "Historie généalogique de la tres ancienne et tres noble Famille de Herlin". Diese Chronik wurde im Auftrag des Enkels durch den seinerzeit bekannten Historiker Jean le Carpentier erstellt und anno 1669 in Leiden veröffentlich. Dieser Enkel war Claude (de) Herlin, St. 4.15, I421, der wohl aufgrund der Chronik seinem Familiennamen das Adelspräfix "de" hinzufügte.
Beschreibung
Um den Verfolgungen wegen seines reformierten Glaubens zu entgehen, flüchtete Claude Herlin mit seiner Frau und den ersten beiden Kindern etwa anno 1577 (vermutlich nach dem Ende der 'Spanischen Furie', sh. unten) von Arras nach Antwerpen in den seinerzeit wieder 'freien' Teil der Spanischen Niederlande. Dort wurden zwei weitere der insgesamt fünf Kinder des Ehepaares geboren. Claude wurde daselbst anno 1578 zum Hauptmann der Bürgerwehr ernannt. Als Antwerpen anno 1585 erneut von den katholischen Spaniern erobert wurde, war Claude (als Protestant und Bürgerhauptmann) gezwungen die Stadt baldmöglichst zu verlassen. Er zog bzw. flüchtete mit seiner Familie über Cruiningen (Kruiningen, deutsch auch: Gröningen) in Zeeland, wo er den Gutshof 'Blauwhoeve' besaß, nach Bremen. In Bremen traf Claude mit seiner Familie um etwa 1587 ein. Claudes älterer Halbbruder Michel Herlin (St. 2.02, I77), der als reicher Kaufmann in Valenciennes (Valencijn) lebte, blieb trotz mehrerer Warnungen vor drohender Lebensgefahr in seiner Heimatstadt und beteilgte sich mit seinen Söhnen Michel (dem Jüngeren), Gautier, Philippe und Nicolas an deren Verteidigung gegen die Spanier. Nach der Einnahme von Valenciennes im März 1567 wurde Michel, weil er fest zu seinem Glauben stand, gefangen gesetzt und am 31.05.1567 daselbst auf dem Marktplatz enthauptet. Sein ältester Sohn Michel (der Jüngere), der kurz vor der Einnahme der Stadt einen gescheiterten Fluchtversuch unternommen hatte, erlitt das gleiche Schicksal. Michiels Söhne Gautier, Philippe und Nicolas flüchteten kurz vor dem Fall der Stadt ebenfalls in die Wälder der Umgebung. Sie wurden dort aber aufgespürt. Philippe und Nicolas wurden unmittelbar nach der Festnahme gehängt. Gautier wurde an Nase und Ohren verstümmelt und sollte anschließend in Valenciennes hingerichtet werden. Ihm gelang jedoch eine erneute Flucht. Er schloß sich später den gegen die Spanier rebellierenden Geusen an. (Quelle: La France Protestante ou Vie des Protestante etc. von E. & E. M. Haag, Bibliothque Nationale, Paris).
Beschreibung
Anno 1577, als Claude nach Antwerpen flüchtete, war Juan de Austria (ein illegitimer Sohn von Karl I von Spanien = Karl V des HRR) offizieller Statthalter in den Spanischen Niederlanden. Als Claude anno 1585 mit seiner Familie Antwerpen verlassen musste, war Alessandro Farnese, Herzog von Parma, Statthalter. König von Spanien war zu dieser Zeit (ab 1556) Philipp II von Spanien aus dem Hause Habsburg (Sohn von Karl I von Spanien / Karl V des HRR).
Beschreibung
Die 'Spanische Furie' war der Überfall und die dreitägige Plünderung Antwerpens durch marodierende spanische Söldner beginnend mit dem 04. November 1576. Die entfesselten Söldner verübten bestialische Gräueltaten an den Bürgern der Stadt. Insgesamt starben etwa 10.000 Menschen (Männer, Frauen und Kinder). Durch absichtlich gelegte Feuer wurden etwa 800 Häuer zerstört. Die Bevölkerung Antwerpens wurde um ein Drittel dezimiert. Gegen erhebliche Lösegeldzahlungen wurde die Stadt anno 1577 von den spanischen Besatzern geräumt. Die Bürger Antwerpens zerstörten nach dem Abzug der Truppen die von den Spaniern errichtete Zitadelle. Anno 1584/85 belagerten die Spanier Antwerpen erneut.
Tod
Das Testament von Claude (gegeben zu Bremen) wurde mit dem Datum " am 15. Tage des März im Jahre sechszehnhundertund..." versehen. Über sein Todesdatum ist damit nichts gesagt, außer dass dieses im frühesten Fall nach dem 15.03.1601 (möglicherweise auch viel später) gelegen haben muß. Claude wurde in der Kirche St. Ansgari "aghter de predikstoel" (hinter der Kanzel) beigesetzt. Auch seine Witwe fand dort ihre letzte Ruhe. Das Testament von Claude Herlin ist in der Genealogie von Carpentier abgedruckt (S. 174 ff.); aufgrund der zeitlichen Nähe war es wohl noch in der Familie vorhanden und kann als echt angesehen werden. Es wurde unterschrieben (s. 177) von: Jacobus Tajart Agnes de Fines Andreas an der Meulen Franchois Pirens Nicolas Malapert Antoine Ancelmo Charles Drumez Bartholomeus Panhuysen Die Übersetzung ist in der deutsche Fassung und in der Broschüre "Im Wandel" abgedruckt.
Notiz
Seigneur de Terlinck, Givenchy und nach dem Tode seines Neffen Charles zusätzlich noch von der Herrlichkeit Salomez. Geboren im Jahre 1545 zu Arras als Sohn von Jean Herlin und dessen dritter Frau Antoinette de Croix genannt Drumez. Er wurde er Hauptmann unter dem Erzherzoge Mathias, verließ aber als Anhänger der reformierten Partei diesen Dienst und zog (floh?) um 1567 mit seiner Frau nach Antwerpen. Er wurde 1578, als die Geusen in Antwerpen die Oberhand bekommen hatten, von diesen zum Hauptmann der Bürgerwehr der Stadt ernannt (Bulletin des Archives d`Anvers, Band 14). Im Band 3, Seite 276, wird er noch einmal genannt: Es handelt sich dort um ein Urteil gegen einen Leutnant aus seiner Kompagnie. Hier findet man zum ersten Male den Namen Herlyn, also mit y. 1586 wurde Antwerpen wieder von den Spaniern erobert unddie Reformierten mußten die Stadt innerhalb von vier Jahren verlassen, in dem Fall, dass sie nicht wieder zum katholischen Glauben zurückkehren wollten. Infolgedessen wird er um 1590 nach Bremen gezogen sein. Quellen: Nachruf der Bremer hohen Schule auf das Ableben von Johannes Motte. Schnedermann, Nachrichten über die Familie de Pottere. Stemmata von Herm. Post (Bremer Archiv). Bulletin des Archives d`Anvers. Histoire de la famille de Herlin.
BerufEinzug der Spanier in Antwerpen 1585Einzug der Spanier in Antwerpen 1585
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Typ: Gemälde
Hervorgehobenes Bild: ja
Veröffentlichung: 1583
BeschreibungBrief_mit_der_Unterschrift_von_Claude_Herlin-(1596).png
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Typ: Foto
MedienobjektEinzug der Spanier in Antwerpen 1585Einzug der Spanier in Antwerpen 1585
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Typ: Gemälde
Hervorgehobenes Bild: ja
Veröffentlichung: 1583